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Verschwindende Wörter – "Poetenkasten" u. v. a. m.

von  m elbwolf  (80) am 02.05.2017 (Artikel wurde seitdem 688x gelesen)
bild
http://up.picr.de/29079518ts.jpg
Das Wortgut unserer Muttersprache war schon immer in Bewegung – schließlich ist die Sprache ja erst allmählich zu dem geworden, was sie heute ist – aber so wird sie eben auch nicht bleiben.

Beschleunigt sich dieser Vorgang vielleicht – unter dem Zeitgeist; unter äußeren Einflüssen; durch unsere eigene Unachtsamkeit?

Gerät so manches in Vergessenheit oder geht gar unter, das auch künftig durchaus weiter gebrauchsfähig wäre?

Strömt dafür anderes in die Sprache, das völlig entbehrlich erscheint, das Besseres verdrängt und Ausdrucksmöglichkeiten eher verringert als erweitert, eher unverständlicher macht, als dass es für Klarheit sorgte?

Verdrängt nicht jedes dahingeplapperte "okay" ein "gut", selbst das "bist du okay?" raubt uns ein "geht’s dir gut?"

Die Volksbildung ist längst alarmiert; die Politik ist wie immer unentschlossen; Bücher zur Materie aber gibt es bereits genug – die genauen Angaben zu den aufgeführten Titeln kann sich der Interessierte leicht mittels einer Internet-(Bilder-)Suche erschließen.

Gelegentlich aber schwappt eine Kelle an sprachlicher Auf- und Erklärung sogar in die Tageszeitungen und Illustrierten.

So geriet mir eben beim Aufräumen wieder ein Ausriss aus der "Sächsischen Zeitung" vom 13.09.2014 in die Hand: "Wörter, die aus der deutschen Sprache verschwinden".

Elf Beispiele sind dort aufgezählt, die ich in alphabetischer Reihenfolge wiedergebe, vermehrt um eins vom blauen Buchtitel (grüne Farbe ~ werden bereits lyrisch "bearbeitet"!):


01 Backfisch . . . . . . . .05 Kleinod . . . . . . . . . 09 Schaufensterbummel
02 Hagestolz . . . . . . . .06 Ohrenschmaus. . . . . . . 10 schurigeln
03 Halbstarker . . . . . . .07 Patenbrigade. . . . . . . 11 Sendeschluss
04 Hechtsuppe. . . . . . . .08 Poetenkasten. . . . . . . 12 Sommerfrische
--------------------------

Lasst uns doch einmal versuchen, jedem dieser Wörter ein Gedicht zu widmen, in dem das betreffende Wort vielleicht sogar nicht bloß in der Überschrift vorkäme? Als Anregung würde ich Mitmachern, die das gern möchten, über Club-Mail den kleinen Artikel zusenden, den die Zeitung jedem Wort beigegeben hatte. Und jeder von Euch könnte sein Gedicht als eigenen Beitrag veröffentlichen oder hier drunter auch als Kommentar einstellen.

Zwei vergiftete Pfeile enthält übrigens die Aufzählung: Patenbrigade – um die ist es wirklich schade, aber nur ältere Ossis könnten damit noch etwas anfangen; und Poetenkasten – lange schon aus der Mode – den nehme ich mir gleich einmal selber vor.
--------------------------

Verschwindende Wörter (08) – "Poetenkasten"

Was kann's schon sein, so ein Poetenkasten?
Dient etwa dem Poeten er zum Fasten,
und sonst … um ungestört darin zu dichten,
zu tun, was Ruhe braucht, ums zu verrichten?

Nichts Staatliches, der Kasten, nein – zivil!
Doch ist er eingebaut? Vielleicht mobil?
Was ist, wenn's Sprachgefühl uns gänzlich trügt,
weil jeder über dieses Ding verfügt?

Gemeint ist in der Tat vom eignen Kopf
das Hinterteil
, von dem einst hing der Zopf.
Die Schlauen installieren dort den Grips,
und nur wer keinen hat, füllt auf mit Gips.

Seid stolz auf das Metier, ihr Verseschreiber,
was ihr so dichtet – nichts für Sitzenbleiber.
Mit "richtig was auf dem Poetenkasten"
wird einen nie ein Un-Gedicht belasten.

Das "Hinterstübchen" (und nicht das Gesicht)
allein gibt Vers und Rhythmus das Gewicht.
Nicht rosten also, weil zu viel wir rasten
und dann zu wenig hätten auf dem Kasten!

elbwolf, 2.5.2017
-----------------------------------------------------------------------------
PS:
Den Poetenkasten hat die Umgangssprache also ausgemerzt und so
um etwa 1920 durch den knappen, kompakten, allgemeineren Begriff
Kasten ersetzt – am Hinterstübchen wird dagegen eisern festgehalten!

Früher – da war es eins: etwas auf dem "Kasten", will sagen, auf dem
"Poetenkasten" zu haben und folglich Verse schreiben zu können.
Heute – wer kann da schon – selbst wenn er was auf dem Kasten hat, noch ...
... alles klar!

Liebe Verseschmiede in Sachen Wortklauberei!
Ich bitte um Verständnis, wenn ich im Kommentarteil wieder "freien Lauf"
lasse und mich dort erst einmal gar nicht einmische. Es wäre schön, wenn
letztlich doch an die 10 Wortbeispiele der Liste "bedichtet" würden.
Man kann auch mit einem einzigen Vierzeiler schon etwas ausrichten!
Selbstverständlich kann man auch "Neudeutsches" als zweifelhaften Ersatz
dagegenstellen.
Und den Link bei @Federstrich, Spitzwegs Hagestolz, den sollte man sich
als ergötzlich natürlich ansehen!



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  • Schöne Idee, Elbwolf!
    gepostet von geschrieben von  w Clematis  (78) am 03.05.2017 11:10

    Das Kleinod

    allgemein(Clematis)


    Ein Kleinod hab ich, eines Freundes Gabe,
    in Kugelform, der Erde liebes Bild;
    darin ist lauschend eines Dings Gehabe,
    das mich auch anschaut, liebevoll und mild.

    Wer hat sich wohl in flüssigem Getöse
    vor tausenden von Jahren hergesehnt?
    Wer hat das Wagnis, hin bis ins Gekröse
    sich zu verdichten, niemals abgelehnt?

    Und kommt in meine Hände sich zu zeigen,
    die kurze Zeit des Lebens teilt's mit mir.
    Wo geht es hin, wenn ich einst werde schweigen,
    wer wird es lieben, diese holde Zier?

    © Ingeborg

    PS.: "hold" ist auch ein vergessenes Wort. Der krasse Unterschied: Holde Aida = Geile Aida....

  • Zielorientiert
    gepostet von geschrieben von  w immergruen am 03.05.2017 16:46

    In manchem luxuriösen Bade
    Begab man sich auf Promenade
    Denn sehen und gesehen werden
    War fast das Wichtigste auf Erden.

    Man stellte sich der Welt zur Schau,
    geschmückt und prahlend wie ein Pfau,
    und nebenher, im Backfischalter
    die Tochter, dieser zarte Falter.

    Und dann der reiche Hagestolz
    Schon knorrig, wie getrocknet`Holz,
    Dem ward das Mädchen präsentiert,
    sogar Verlobung inszeniert.

    Das war das Ziel der Sommerfrische.
    Zufrieden saß man spät bei Tische,
    trank einen ausgesuchten Wein.
    Der Backfisch schlief mit Tränen ein.
    (immergruen 2017)

  • Vielen Dank für den Hinweis
    gepostet von geschrieben von  w Allegra am 03.05.2017 16:47

    auf die "versunkenen Wortschätze".
    Das Duden-Büchlein habe ich mir soeben bestellt,
    hierbei mancherlei Interessantes wie z.B. das "Lexikon der schönen Wörter" entdeckt.

    Lesenswert (wenn auch nicht zu o.g. Thema) das Büchlein:
    Duden: Unnützes Sprachwissen: Erstaunliches über unsere Sprache (Duden Sprachwissen)1. Juli 2012
    von Jürgen C. Hess
    , das ich gern verschenke.
    Allegra

  • Die neue Lässigkeit
    gepostet von geschrieben von  m Federstrich  (62) am 03.05.2017 18:00

    Das musste natürlich sein

    Der Hagestolz, ein Wort so sonderbar,
    hört' ich erstmals, als ich ein kleiner Bub noch war.
    Das Wort beschrieb bestimmte Lebenswege,
    die man(n) so ging ohne der Frauen Hege.

    Heut' wird sich "neudeutsch" ausgedrückt,
    ein Bachelor ins rechte Licht sich rückt.
    Was manchen einst die Stirn in Falten zog,
    ist heute "Lifestyle" und "en vogue".

    Ein Hagestolz von heute ist meistens nicht mehr arm,
    sondern in vielen Fällen der reine Frauenschwarm.
    Oft kann gerade er das Leben recht genießen,
    mit schönem Weib und bei Gesang sich seinen Wein eingießen.

    Meint der Federstrich

  • Der Schwerenöter
    gepostet von geschrieben von  w lillii am 03.05.2017 19:03


    Ein Schwerenöter ist der Peter,
    er hat die Damen meist im Griff -
    von Beruf ist er Vertreter;
    drum hat er auch den nöt'gen Schliff;
    erzählt den Frauen von der Liebe
    und dass er ewig treu ihr bliebe.

    Sein Glück versucht er ohn Gezeter
    bei einem Weibsbild, dies begriff,
    dass wohl der Peter sei kein Steter -
    sie überhörte seinen Pfiff.
    So stand er nun mit seinem Triebe.
    sie bot nicht Lieb' ihm an, doch Hiebe.

    So sank sein Liebesbarometer
    er heuert' an auf einem Schiff
    und spielt fortan dort den Trompeter,
    bis dieses auflief auf ein Riff.
    Im Schlauchboot ohne Schaltgetriebe
    träumt er noch immer von der Liebe.

    © lillii (L-R)

  • Nix Gescheites!
    gepostet von geschrieben von  w sarahkatja am 03.05.2017 23:05

    Ich bin ein rechter Dummerjahn
    und krieg' kein Verslein richtig hin.
    Da nützt auch nicht der trübe Wahn,
    dass ich ein Schlaukopf bin.

    Am Hinterkopf ist das Kasterl rot,
    es zeugt vom Rost schon gründlich,
    Geist und Gedanken sind marod,
    die Gedärme sehr empfindlich.

    Was fange ich nun damit an?
    will keinen Reim drauf geben,
    bin leider auch kein Schludrian,
    wer möchte sonst so leben?

    Vielleicht bin ich ein Pfiffikus,
    das wäre noch zu überlegen,
    und angelte mir einen Fidibus
    um etwas zu bewegen.

    Sarahusw.

  • und noch´n "Gedicht"
    gepostet von geschrieben von  w Tulpenbluete13  (72) am 04.05.2017 10:28

    Zur Sommerfrische lief der Hagestolz
    mit stolzgeschwellter Brust herum
    es schien als wär sein Kopf aus Holz
    denn der Mann war einfach dumm

    Ein Backfisch lief ihm vors Visier
    ein Kleinod unter Mädchen
    der Halbsstarke- gehört er zu ihr?
    hatte dabei sein Rädchen

    Vom Augenschmaus zum Ohrenschmaus
    das Kurkonzert ihn rief
    zum Sendeschluss war es wohl aus
    es ging wohl etwas schief...

    Wie Hechtsupppe hat es eh gezogen
    er musste scharf schurigeln
    am Ende hatte er erwogen
    sich einfach einzuigeln.

    Angelika

    Tolle Idee lieber Elbwolf- hat mich auch inspiriert...

  • noch´n Gedicht-le
    gepostet von geschrieben von  w Clematis  (78) am 04.05.2017 10:51

    Was ist's, wenn Aug' in Aug' sich weidet,
    am liebevollen Blick?
    Dann ist's - veraltet - Augenweide,
    nur leider nicht mehr schick!

    Vor vielen Jahren gab es ein Forum der verschwundenen Wörter, ich stieg ein mit der Augenweide.

    Aus diesem Sammelsurium wurde ein Buch veröffentlicht. Ich glaube, dass es bei Elbwolfs Sammlung dabei ist.

    Clematis

  • Kann weg...
    gepostet von geschrieben von  m Federstrich  (62) am 05.05.2017 10:57

    Patenbrigade

    Es widerstrebt der Feder, einem "gift'gen" Wort noch nachzutrauern.
    Soll es doch entschwinden, das ist mitnichten zu bedauern.
    Um eine Wirtschaft ganz auf "Planerfüllung" auszurichten,
    musst' man die Jugend früh auf "Produktion" verpflichten.

    Eine "Brigade" dieser Art meint ein Arbeitsteam von heute,
    die als Pate per Vertrag eine Schülerschar betreute.
    Die Brigade kam zur Schule, die sie selbst SO nicht gekannt.
    Schüler schauten in Betriebe und man erhoffte sich ein einig Band.

    Wie Pflichtbesuche in Familien, traf man sich stets vor Feiertagen,
    um Geschichten abzulauschen und Naturalien abzujagen.
    Die Fremdheit blieb, ein Kennenlernen gab es kaum,
    zu unterschiedlich war der je andre Lebensraum.

    Meint der Federstrich

  • Ja @Federstrich, da gehe ich doch erst einmal dazwischen, ...
    gepostet von geschrieben von  m elbwolf  (80) am 05.05.2017 16:55

    ... weil ich nicht erraten kann, WOHER Du Deine "Erfahrungen" beziehst. In Deinem Profil steht nur
    . . . . .PLZ = 0,. . . . .Land = Deutschland
    und das ist ja mehr als mager!
    In jenem Zeitungs-Kurzartikel steht zu diesem Wort (auszugsweise):

    Patenbrigade
    Die jungen Männer stellen Fit, Fay und Fewa her ... im VEB Fettchemie in Karl-Marx-Stadt. Sie rauchen immer draußen vor der Tür, erfüllen den Plan und beliefern jeden ... Dorfkonsum. Aber das reicht nicht. Die gesellschaftliche Komponente fehlt, der Charity-Einsatz /Wessi-Ausdruck!/, also irgendwas zum Wohl der Allgemeinheit, was nicht mit Waschen zu tun hat.
    Die jungen Männer werden Patenbrigade. Das freut die Schüler, und die Schülerinnen ... Die Zusammenarbeit wird mit einem Vertrag besiegelt ... Der Vorteil, heißt es, ist beidseitig.
    In der Praxis haben vor allem die Schüler was davon. Die Patenbrigade gibt Geld für Klassenfahrt, Klassenfasching und Klassenraum. Manchmal steigen die jungen Männer zum Renovieren selbst auf die Leiter ... Die Fettchemiker kommen zur Zeugnisausgabe, zur Weihnachtsfeier und aus anderen festlichen Gründen, das gilt dann als Arbeitszeit. Sie lassen sich ja auch in der Frühschicht im Betrieb die Haare schneiden. So lernen die Schüler, was sozialistisch arbeiten heißt /was aber kaum ein Ossi so geschrieben haben dürfte/. Wenn sie die Patenbrigade besuchen, bringen sie eine Wandzeitung mit und an einem Tag im Jahr Blumen ... Der 2. Sonntag im November wird als Tag des Chemiearbeiters gefeiert. Dort, wo die jungen Männer in ihren Latzhosen und schwarzen Gummistiefeln arbeiten, riecht es streng, giftig und unangenehm. Nun wissen die Schüler zumindest, was sie mal nicht werden wollen /au-weia, hat auch kein Ossi geschrieben/.
    Von dem Großbetrieb blieb ein Ableger zur Fitproduktion in Hirschfelde. ... Von dem Wort Patenbrigade blieb nichts. Es ist auf und davon mit dem "Tag des Chemiearbeiters", dem "sozialistischen Kollektiv" und dem "Fünfjahrplan". Manchmal erwägen Politiker heute halblaut /hört, hört - sie erwägen - aber leise!/ eine engere Verbindung zwischen Betrieben und Schulen, doch da bewegen sie sich auf klitschigem Terrain.
    Wie sich die Welten wandeln: Du hast sicher früher Nachrichtenmeldungen des Ostens über Planerfüllung als Schit! empfunden – ich empfinde die heutigen über Aktienkurse als Schit!, denn ich habe keine Aktien.
    Und mit der Politik die künftige Welt der sog. "4.0-Versionen" voreilig zu bejubeln – da sei Hugo vor!
    Aber Du, @Federstrich, gibst am besten doch erst einmal Deine volle PLZ an ... dann sehn wir wohl deutlicher ...
    meint der elbwolf

  • Augenweide - Ohrenschmaus
    gepostet von geschrieben von  w lillii am 06.05.2017 00:24

    Ohrenschmaus

    Wie für die Augen eine Weide -
    gibt's für die Ohren einen Schmaus,
    ist wie ein Klang im schönsten Kleide ,
    dem gern gespendet wird Applaus.

    Beim Ohrenschmaus die Seelen baumeln,
    das Hören wird zum Hochgenuss;
    geraten Sinne fast ins Taumeln
    gar wie bei einem Liebeskuss.

    So wird an Ohrenschmaus und Augenweiden -
    wohl in den meisten Fällen niemand leiden.


    lillii

  • SCHAUFENSTERBUMMEL
    gepostet von geschrieben von  m Federstrich  (62) am 06.05.2017 08:43

    SCHAUFENSTERBUMMEL

    Dies' Wort, vom Aussterben bedroht,
    gehört zum Leben nach der großen Not,
    als schicke Waren standen zwar bereit,
    doch ein Erwerb gelang sehr oft erst nach langer Wartezeit.

    Wenn gut gestaltet, wurden Sehnsüchte geweckt,
    bummelnd man den Hals nach schicken Sachen reckt'.
    Paare taten's, wenn's keine Karten mehr fürs Kino gab,
    Familien gern gemeinsam, herausgeputzt im Sonntagsstaat.

    Einen solchen Bummel gab das Landleben nie her,
    und die Läden in den Städten zeigen kaum Sehenswertes mehr.
    Heut' gleicht der Einkauf nicht selten einer Bulimie,
    suchen, online kaufen, ein Schaufenster sieht man oft nie.

    Federstrich

    PS: Auch nicht recht?

  • schurigeln
    gepostet von geschrieben von  w Clematis  (78) am 06.05.2017 09:42

    schurigeln

    (jemandem durch fortwährende Schikanen, durch ungerechte Behandlung das Leben schwer machen)

    In eines Forums dunklen Hallen
    kann man nicht jedem Kopf gefallen,
    doch manche geben keine Ruh
    schurigeln mich im trauten Du!.

    Die eine kommt nach langem Schweigen
    und komplettiert den frechen Reigen,
    haut plötzlich mir was um die Ohren,
    schurigelt mich ganz unverfroren.

    Seitdem kann sie - auch sehr gescheit -
    was schreiben, was selbst mich noch freut.
    geb' niemals eine Antwort laut,
    die hat's bei mir total versaut!

    Für viele ist ein Forum nur
    zu äußern sich in einer Tour,
    den eignen Frust des eignen Lebens
    hier loszulassen, doch vergebens.

    Auch Du, männliches Schreibewesen,
    bist langsam erst davon genesen
    zu meinen, dass Dein Dichterwissen
    erlaubt schurigeln oft zu müssen.

    Ihr alle könnt mir mal begegnen
    am Tor des Saales "Lasst uns segnen",
    die, welche wahr und ehrlich handeln
    und in den Foren freundlich wandeln.

    © Ingeborg
    Der kluge Einsteller dieser Ideen könnte sich auch mal zu den einzelnen Bemühungen äußern. Meine Meinung.

  • "Recht" ist mir ...
    gepostet von geschrieben von  m elbwolf  (80) am 06.05.2017 11:30

    ... schon alles, nur nicht "genehm" - im Sinne von "genehmigt".
    elbwolf

  • Ja siehste!
    gepostet von geschrieben von  w Clematis  (78) am 06.05.2017 11:37

    Nach dieser umfassenden Bemerkung erübrigt sich alle weitere "Mitarbeit".
    Du bist - wie immer - hochkompliziert und anstrengend.
    ...zu den einzelnen Bemühungen... hab ich geschrieben, denn es ist ja auch gute Zeit, die man verbraucht, um Dir eine Freude machen zu können.

    Anstrengend ist auch die Arbeit in meinem Garten, nur mit dem Unterschied, dass ich mich hinterher freuen kann.

    Clematis
    kopfschüttel und wegtrete

  • Ach @Clematis, Du hast wohl gar nicht bemerkt, ...
    gepostet von geschrieben von  m elbwolf  (80) am 06.05.2017 18:33

    ... dass sich meine Feststellung nicht auf Dich bezog, sondern auf die Floskel am Fuße des Beitrags Deines Vor-Kommentierers?
    Deine Bevorzugung der Gartenarbeit im Frühjahr kennt man; das vorige Mal hattest Du aber auch noch Deinen Miezekater unter die Gegenargumente eingereiht.
    Schade - aber es muss wohl so hingenommen werden ...
    elbwolf, mit ziemlichem Bedauern

  • diesen interessanten Thread zu liebe...
    gepostet von geschrieben von  w Clematis  (78) am 14.05.2017 09:21

    ...noch ein Kleinod, bevor wieder alles in der Tiefe versinkt.
    Etwas süßlich, aber passt zum Tag der Mütter.

    Die Mutterliebe

    Ein Kleinod ist das allerbest',
    das pfleg' ich wohl und halt es fest
    und halt es hoch in Ehren:
    Das ist die Mutterliebe gut,
    die gibt mir immer neuen Mut
    in allen Lebensschweren.

    Und ist dein Herz so freudenleer,
    und ist dein Aug' so tränenschwer,
    blick in ihr Aug' hinein:
    das hat gar lichten, hellen Strahl
    und trocknet die Tränen allzumal
    wie Frühlings-Sonnenschein.

    Joseph Viktor von Scheffel
    1826-1886

    Clematis

    Rosen(Clematis)


    Das ist die Rose Claire

  • So empfand man eben zur Zeit der Romantiker, ...
    gepostet von geschrieben von  m elbwolf  (80) am 15.05.2017 00:15

    ..., da muss man auch nichts mit "süßlich" entschuldigen - es IST ein Kleinod!
    Danke, @clematis, dass Du das Gedicht mit seinem seltenen reimerischen Aufbau uns aus gutem Anlass nahe- und in Erinnerung gebracht hast.
    elbwolf



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