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Verflixte Verkehrssituationen

von  w nnamttor44 am 08.01.2017 (Artikel wurde seitdem 62x gelesen)
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Als ich noch in meinem Elternhaus meine Wohnung hatte, konnte ich auch vor dem Haus parken – ohne Parkausweis! Ich brauchte nicht mal eine Parkuhr auszulegen.

Als ich aus meiner Heimatstadt weggezogen war, veränderten sich im Laufe der Zeit dort die Parkregeln. Plötzlich war es erforderlich, um überhaupt zu meinem Elternhaus mitten in der Altstadt zu kommen, immer mehr Umwege zu fahren, weil die Verkehrsleitung eine Menge Straßen zu Einbahnstraßen umfunktioniert hatte, damit der Verkehr flüssig bleiben würde.

Noch konnte ich vor meinem Elternhaus parken, auch ohne Anwohnerparkausweis. Den bekam ich ja nicht, ich wohnte nicht mehr im Elternhaus. Aber wenn ich Glück hatte, war im großen Wendehammer der kleinen Anliegerstraße noch ein Parkplatz frei, den ich kostenlos nutzen konnte. Günstig waren auch die Semester- und Schulferien, dann war dort mit einem freien Parkplatz - fast - zu rechnen!

Kam ich zu Besuch, durfte ich auch im Hinterhof des Nachbarhauses vor der Garage meiner Familie parken, die dann ja Besuch hatte und nicht weg musste. War schon praktisch, vor allem, wenn mal wieder – wie drei Mal jährlich auf dem 400 Meter entfernt liegenden großen Parkplatz vorm Schloss der „Send“ auf- und abgebaut wurde und über acht Tage lief. Alle Vierteljahr fast ein Monat ohne diese großen Parkplatz!

Aber auch das ist vorbei. Wenn ich heute mein Elternhaus, meinen Bruder besuchen möchte, der dort immer noch wohnt, darf ich darauf achten, nur dann meine Heimatstadt zu besuchen, wenn keine Veranstalter den großen Parkplatz vorm Schloss nutzen, denn dann sind auch die wenigen noch nutzbaren Parkbuchten nahe meinem Elternhaus garantiert nicht frei, genauso wenig in den kaum vorhandenen Parkhäusern, weil die vielen Autofahrer, die täglich in die Stadt kommen, ebenfalls nicht wissen, wo sie ihre Pkw's parken sollen. Was mach ich bloß, wenn ich tatsächlich einen Termin in meiner Heimatstadt wahrnehmen muss??

Nur wenn der Krimi in meinem Wohnviertel gedreht wird, dürfen die Fernsehteams dort sicher parken - das muss ich noch herausfinden!

Mein Bruder selbst oder seine Frau müssen nun als Rentner ihre Einkäufe von ihrer nicht ganz nahe liegenden Garage bis zum Haus schleppen – auch Getränkekisten ... Sie können von Glück sagen, dass sie ihre Garage schon vor sehr langer Zeit angemietet haben!! Die Stadt hätte ja auch wirklich, als sie noch zwei Schulgebäude neben der vorhandenen Schule baute, für Tiefgaragen darunter sorgen können. Drei große Schulen nebeneinander, dafür war dann der große Schloßparkplatz gleich auf der viel befahrenen Durchgangsstraße zur Autobahn gegenüber doch wohl ausreichend - ach ja, und wenn der Send seine Pforten geöffnet hat?? Wird schon gehen für die vielen Lehrpersonen ... Aber vermutlich fahren die alle aus gutem Grund bereits mit dem Fahrrad zur Schule.

Ich werde nun wohl meine Angehörigen bitten, MICH gelegentlich zu besuchen, damit wir uns nicht ganz aus den Augen verlieren ...?? ICH bin ja so weit weg gezogen, da sollten sie schon mal ihrem Gefühl für Familienzusammengehörigkeit nachgeben, oder? Ein Ausweg wäre, sich außerhalb unserer Heimatstadt an bzw. in einem Lokal zu treffen. Das erspart ihnen ein fürsorgliches Kaffee kochen für den lästigen Besuch.

Doch leider sind auch all die alten Lokalitäten nicht mehr da, die wir als Kinder mit unseren Eltern oder als junge Erwachsene gerne besucht haben. Neue Treffpunkte – wo könnte man sie finden - gibt es dort ausreichend Parkplätze?? Oder bin ich dann auf mein Navi angewiesen – wenn die Straße, die zu einem neuen guten Lokal führt, nicht auch so neu ist, dass sie mein Navi noch gar nicht kennt?! Vielleicht lande ich ja dann doch irgendwo auf einem Acker oder einer sumpfigen Wiese und ein hoffentlich nicht sooo ärgerlicher Bauer zieht mich von der Wiese, die in trockenen Jahren doch so gutes Heu bringt, mit dem Trecker wieder auf einen befahrbaren Weg??

Wie komm ich heute bloß noch zu meinem Elternhaus???


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  • So ist es, liebe Uschi...
    gepostet von geschrieben von  w werderanerin am 09.01.2017 09:52

    Parken wird zu einem Geduldsspiel und nervt eigentlich immer mehr.
    An Parkuhren oder auch Parkscheiben hat man sich ja gewöhnt, muss nur immer schön aufpassen, dass man diese auch sichtbar hineinlegt, denn die "Ordnungshüter" verstehen nun wahrlich keinen Spaß...

    Was solls aber, schließlich nehmen wir auch die angenehmen Seiten des Fortschritts so gerne in Anspruch..., nur wenns "blöd und lästig" wird, stöhnen wir...in ländlichen Räumen sind PKWs o.ä. unabdingbar, das weiß ich aus eigener Erfahrung aber die Zukunft wird vor allem in mittleren und großen Städten "Autofrei" heißen, das wird ja jetzt schon praktiziert...

    Ja, so ist das mit dem Fortschritt...er kann schön sein aber irgendwie auch furchtbar nervend...

    Kristine

  • Verkehr
    gepostet von geschrieben von  m Willy  (72) am 09.01.2017 21:39

    Schlimm, wer aus gesundheitlichen oder dienstlichen Gründen auf ein Auto angewiesen ist.
    Als radfahrender Fussgänger muss ich mir um Parkmöglichkeiten noch keinen Kopf machen. Aber weiß der Kuckuck, was mir die Zeit noch bringt.
    b.G.
    W.

  • So öhnlich ist es,
    gepostet von geschrieben von  w nnamttor44 am 10.01.2017 09:46

    liebe Kristine, wir alle wollen ja den Fortschritt. Meine Heimatstadt hat den Ruf, DIE "Fahrradstadt" zu sein.

    Es ist inzwischen für eine/n Weggezogene/n schon recht schwierig geworden, sich in dieser Stadt, die man doch als ehemalige/r Bewohner/in zu kennen glaubt, mit dem Pkw noch an das gewünschte Ziel zu kommen.

    Ich ziehe es inzwischen vor, mit dem Zug anzureisen, aber damit gebe ich auch meine Beweglichkeit in der Stadt zum Teil auf. Wird schon schwierig, wenn man nicht mehr so gut zu Fuß ist. Es vermittelt das Gefühl: bleib doch einfach da, wo du jetzt zu Hause bist ...

    Einen vom modernisierten Leben manchmal genervten Gruß
    nnamttor44

  • Lieber Willy!
    gepostet von geschrieben von  w nnamttor44 am 10.01.2017 09:53

    Auch ich bin bzw. war sehr gern mit dem Fahrrad zu Hause und früher in meiner Heimatstadt unterwegs / gewesen. Doch was sich in einer Universitätsstadt mittlerer Größe durch die Tausende von Fahrradfahrer zeigt, übersteigt teilweise das Verhalten, das gelegentlich in der Werbung über Fahrradkuriere "verulkt" wird.

    Es hat sich teilweise ein regelrechter Kampf um die Vorfahrt: Radfahrer oder Pkwfahrer?? entwickelt. Ob als Fußgänger oder sonstwie am Verkehr Teilnehmender - es ist immer mehr tatsächlich ein Kampf darum, wie man, ohne abgedrängt zu werden, an sein Ziel kommt. Junge Leute sind eindeutig im Vorteil, egal, wie sie unterwegs sind.

    Irgendwie ist mir die Lust vergangen, meine Heimatstadt noch zu besuchen.

    nnamttor44



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