Logo des Seniorentreffs
Link zu unserem Chat Link zu den lokalen Treffs und Gruppen Link zu den Blogs Link zu den Lebensbereichen Link zu den Kleinanzeigen Link zu Ratgeber Sicherheit Link zu Partner Seniorenportal
Benutzername: Passwort:
Registrieren
 Community-Spalte
Benutzerdefinierte Suche
Anzeige

Komplett neues Thema zum Brett "Literatur" eröffnen:
Seite : << 1 | 2 | 3 | .... | 83 | 84 | 85 | 86 >> (86 Seiten)

  • Re: Schöne Lyrik
    geschrieben von Sirona am 09.03.2017 20:56 als Antwort auf Maxi41 vom 06.03.2017 14:24

    Liebe Bärbel,

    die Selbsterkenntnis in dem von Dir eingestellten Gedicht von W. Busch ist einfach umwerfend!

    LG Sirona

    Autor:  w Sirona
    Beiträge 1832
     
  • Re: Schöne Lyrik
    geschrieben von Roxanna am 10.03.2017 07:47 als Antwort auf Sirona vom 09.03.2017 20:56



    Ruine Schloss Lubowitz

    An meinem Geburtstage

    War ein wunderschöner Garten,
    Warm und herrlich aufgetan.
    Lenz und Licht des Reisleins harrten,
    Daß es wuchs zum Himmel an.

    Wie die Blätter ringsum glühten
    In der frohen Morgenzeit,
    Alle Zweige voller Blüten,
    Vögel sangen weit und breit!

    Mittag kam, die Blätter hingen,
    In dem Wipfel säuselt's kaum,
    Wetter stiegen auf und gingen,
    Stumm erwartend stand der Baum.

    Jetzo sinkt die Abendröte,
    Blüte fällt, es schweigt der Sang,
    Und ich rausch' wie im Gebete
    Mit den Zweigen: Gott sei Dank!

    Joseph Freiherr von Eichendorff


    Heute hat Joseph Freiherr von Eichendorff Geburtstag. Geboren ist er am 10.3.1788 in Ratibor/Oberschlesien, verstorben am 26. November 1857 in Neiße/Oberschesien.

    Hier noch ein von Ulrich Mühe gesprochenes Gedicht



    Roxanna

    Autor:  w Roxanna
    Beiträge 5607
     
  • Re: Schöne Lyrik
    geschrieben von Roxanna am 13.03.2017 09:44



    Der Welt Gesicht sind aller Welt Gesichter

    Die Welt hat kein Gesicht von greifbarer Gestalt.
    Vor einem Kind malt sie sich stolz und wie ein Held,
    Vor einem Greise ohne Durst, wie tausendjährig Holz so alt,
    Den Dummen quält die Welt stets kopfgestellt.
    Dem Kühlen und dem Stummen ist sie kalt versteint,
    Die Schwachen fühlen sie als Tränensack, der greint.
    Dem Trotzigen ist sie voll Mühlen, gegen die er ficht,
    Dem Gütigen stets wohlgemeint voll Schwergewicht,
    Dem Richter ist sie ewiges Weltgericht.
    Ein unwirklich und tief Gedicht ist sie dem Dichter,
    Verliebten lieblos oder voller Liebe;
    Der Welt Gesicht sind aller Welt Gesichter.

    Max Dauthendey

    Autor:  w Roxanna
    Beiträge 5607
     
  • Schöne Lyrik
    geschrieben von Sirona am 14.03.2017 09:16



    Frühling
    (Th. Fontane 1819 - 1898)

    Nun ist er endlich kommen doch
    in grünem Knospenschuh;
    „er kam, er kam ja immer noch“,
    die Bäume nicken sich’s zu.

    Sie konnten ihn all erwarten kaum,
    nun treiben sie Schuss auf Schuss;
    im Garten der alte Apfelbaum,
    er sträubt sich, aber er muß.

    Wohl zögert auch das alte Herz
    und atmet noch nicht frei,
    es bangt und sorgt: „Es ist erst März,
    und März ist noch nicht Mai.“

    O schüttle ab den schweren Traum
    und die lange Winterruh:
    Es wagt es der alte Apfelbaum,
    Herze, wag’s auch du.

    Autor:  w Sirona
    Beiträge 1832
     
  • Die Kirschen in Nachbars Garten
    geschrieben von Milan am 15.03.2017 16:54 als Antwort auf Sirona vom 14.03.2017 09:16

    Die Kirschen in Nachbars Garten

    Als Bübchen mit heißem Verlangen
    Sah oft ich zum Nachbar hinein
    Dort sah einen Kirschbaum ich prangen
    Der lud mich zum Naschen ein

    Die Kirschen ganz heimlich gestohlen
    Was besseres wusst' ich mir kaum
    Ich kroch durch den Zaun, sie zu holen
    Und klettert' auf Nachbars Baum

    Kaum konnt' ich die Stunde erwarten
    Wo sich die Gelegenheit bot
    Die Kirschen in Nachbars Garten
    Die waren so süß und so rot
    Die Kirschen in Nachbars Garten
    Die waren so süß
    Die waren so süß und so rot

    In fremden Revieren zu pirschen
    Das lernt' ich auf mancherlei Art
    Die Liebe zu fremden Kirschen
    Ward stärker je älter ich war

    Bald liebt' ich ein Frauchen unsäglich
    Ein leichtes und lustiges Blut
    Ihr Männchen gar alt und gar kläglich
    Vertrug frisches Obst nicht mehr gut

    Kaum konnt' ich die Stunde erwarten
    Wo sich die Gelegenheit bot
    Die Kirschen in Nachbars Garten
    Die waren so süß und so rot
    Die Kirschen in Nachbars Garten
    Die waren so süß
    Die waren so süß und so rot

    Längst hätt' ich ein Weibchen genommen
    Nur eines beängstigte mich
    Auch ich werde Nachbarn bekommen
    Die grade so klug sind wie ich

    Die wollen gleich mir sich erlaben
    An Kirschen auf fremdem Revier
    Doch ich mag keine Mitesser haben
    Und sprach drum im Stillen zu mir

    Ich will mit der Ehe noch warten
    Ich weiß zu genau, was mir droht
    Die Kirschen in Nachbars Garten
    Die sind viel zu süß und zu rot
    Die Kirschen in Nachbars Garten
    Die sind viel zu süß
    Die sind viel zu süß und zu rot

    Autor: unbekannt
    https://www.youtube.com/watch?v=P5rG9xaOilA

    Autor:  m Milan
    Beiträge 358
     
  • Re: Die Kirschen in Nachbars Garten
    geschrieben von Sirona am 17.03.2017 09:04 als Antwort auf Milan vom 15.03.2017 16:54

    Ach ja, die Kirschen in Nachbars Garten. Wie oft hat man dieses von Peter Alexander gesungene Lied vor langer, langer Zeit im Rundfunk gehört. Hier wird auf eine liebenswerte und schelmische Weise ein Seitensprung thematisiert.
    Milan, diese nostalgische Erinnerung hat irgendwie gut getan.

    LG Sirona

    Autor:  w Sirona
    Beiträge 1832
     
  • Re: Schöne Lyrik
    geschrieben von Roxanna am 18.03.2017 14:46




    Nur einmal bringt des Jahres Lauf

    Nur einmal bringt des Jahres Lauf
    uns Lenz und Lerchenlieder.
    Nur einmal blüht die Rose auf,
    und dann verwelkt sie wieder;
    nur einmal gönnt uns das Geschick
    so jung zu sein auf Erden:
    Hast du versäumt den Augenblick,
    jung wirst du nie mehr werden.

    Drum lass von der gemachten Pein
    um nie gefühlte Wunden!
    Der Augenblick ist immer dein,
    doch rasch entfliehn die Stunden.
    Und wer als Greis im grauen Haar
    vom Schmerz noch nicht genesen,
    der ist als Jüngling auch fürwahr
    nie jung und frisch gewesen.

    Nur einmal blüht die Jugendzeit
    und ist so bald entschwunden;
    und wer nur lebt vergangnem Leid,
    wird nimmermehr gesunden.
    Verjüngt sich denn nicht auch Natur
    stets neu im Frühlingsweben?
    Sei jung und blühend einmal nur,
    doch das durchs ganze Leben!

    Richard von Wilpert

    Autor:  w Roxanna
    Beiträge 5607
     
  • Schöne Lyrik
    geschrieben von Sirona am 19.03.2017 09:26



    Summa Summarum
    Wilh. Busch

    Sag, wie wär es, alter Schragen,
    wenn du mal die Brille putztest,
    um ein wenig nachzuschlagen,
    wie du deine Zeit benutztest.

    Oft wohl hätten dich so gerne
    weiche Arme weich gebettet;
    doch du standest kühl von ferne,
    unbewegt, wie angekettet.

    Oft wohl kam′s, dass du die schöne
    Zeit vergrimmtest und vergrolltest,
    nur weil diese oder jene
    nicht gewollt, so wie du wolltest.

    Demnach hast du dich vergebens
    meistenteils herumgetrieben;
    denn die Summe unsres Lebens
    sind die Stunden, wo wir lieben.

    Autor:  w Sirona
    Beiträge 1832
     
  • Re: Schöne Lyrik
    geschrieben von Roxanna am 20.03.2017 17:20

    Heute, am Geburtstag von Friedrich Hölderlin (20.3.1970 - 7.6.1843), hier zwei seiner Werke

    Sei froh! Du hast das gute Los erkoren,
    Denn tief und treu ward eine Seele dir;
    Der Freunde Freund zu sein, bist du geboren,
    Dies zeugen dir am Feste wir.

    Und selig, wer im eignen Hause Frieden,
    Wie du, und Lieb und Fülle sieht und Ruh;
    Manch Leben ist, wie Licht und Nacht, verschieden,
    In goldner Mitte wohnest du.

    Dir glänzt die Sonn in wohlgebauter Halle,
    Am Berge reift die Sonne dir den Wein,
    Und immer glücklich führt die Güter alle
    Der kluge Gott dir aus und ein.

    Und Kind gedeiht, und Mutter um den Gatten,
    Und wie den Wald die goldne Wolke krönt,
    So seid auch ihr um ihn, geliebte Schatten!
    Ihr Seligen, an ihn gewöhnt!

    O seid mit ihm! denn Wolk und Winde ziehen
    Unruhig öfters über Land und Haus,
    Doch ruht das Herz bei allen Lebensmühen
    Im heilgen Angedenken aus.

    Und sieh! aus Freude sagen wir von Sorgen;
    Wie dunkler Wein, erfreut auch ernster Sang;
    Das Fest verhallt, und jedes gehet morgen
    Auf schmaler Erde seinen Gang.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin
    (deutscher evangelischer Theologe, Dramatiker und Lyriker (begann ab 1841 seine Gedichte mit ›Scardanelli‹ zu unterzeichnen)


    Autor:  w Roxanna
    Beiträge 5607
     
  • Re: Schöne Lyrik
    geschrieben von Sirona am 21.03.2017 09:04



    Frühlings Ankunft
    (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

    Grüner Schimmer spielet wieder
    drüben über Wies' und Feld.
    Frohe Hoffnung senkt sich nieder
    auf die stumme trübe Welt.

    Ja, nach langen Winterleiden
    kehrt der Frühling uns zurück,
    will die Welt in Freude kleiden,
    will uns bringen neues Glück.

    Seht, ein Schmetterling als Bote
    zieht einher in Frühlingstracht,
    meldet uns, dass alles Tote
    nun zum Leben auferwacht.

    Nur die Veilchen schüchtern wagen
    aufzuschau'n zum Sonnenschein;
    ist es doch, als ob sie fragen:
    »Sollt' es denn schon Frühling sein?«

    Seht, wie sich die Lerchen schwingen
    in das blaue Himmelszelt!
    Wie sie schwirren, wie sie singen
    über uns herab ins Feld!

    Alles Leid entflieht auf Erden
    vor des Frühlings Freud' und Lust –
    nun, so soll's auch Frühling werden,
    Frühling auch in unsrer Brust!

    Autor:  w Sirona
    Beiträge 1832
     
Völlig neues Thema zum Brett "Literatur" eröffnen:     
Seite : << 1 | 2 | 3 | .... | 83 | 84 | 85 | 86 >> (86 Seiten)
Die Autoren der Beiträge vertreten ihre persönliche Meinung, für die der Seniorentreff nicht haftet.
Du kannst diese Diskussion mit Deinen Freunden teilen:
  
          Thema drucken    Freunde einladen Freunde einladen

Tagesschau | Karikatur des Tages | Tagesrezept | Zitate | Spiele | Rabattecke | Buchladen

WERBUNG

Anwesend:
Flüchtlingshilfe
spacer
spacer
spacer
 ... mehr auf unseren Seiten:
spacer
spacer
spacer
Es haben Geburtstag: Kerze
spacer
 w tarrasa  (82)  m gorcky  (77)  m ron17  (77)  m Freitag52  (74)  w dietlind.muffler  (74)  m wenrich  (74)  m ragde2503  (73)  w kurze14  (73)  w Hildegard1944  (73)  m bernd2503  (73)  m Dorle102  (72)  w Quirly  (70)  w karina1947  (70)  w sisare62  (70)  m lepolle  (68)  w Mama_Mzee  (68)  w M2aria66  (68)  w Jeanni50  (67)  w valerie26  (67)  m neugier  (67)  w Heike2503  (66)  w freizeit53  (64)  w blueberry  (62)  w butterblume1958  (59)  w karole  (58)  w Catiduvi  (53)  w carmenchen  (51)  w liebesengel  (51)  w nemrac  (51)  w Wellas  (48)
Interaktives PDF als Hilfe zur Orientierung im Seniorentreff

Mitgliedersuche:
Geschlecht:
Loginname
Nachname
Ort
PLZ



Besucher jetzt online
lesend:82
davon angemeldet:2
Mitglieder:13473 
Zum Fernsehprogramm von rtv


Impressum | Partner | Newsletter | Hilfe | Häufige Fragen | Unterstütze den Seniorentreff | Schalte Werbung

Zum Amazon-Partnershop des Seniorentreffs

ANZEIGE